Ich hab mein Sach Gott heimgestellt

Lyrics
Ich hab mein Sach Gott heimgestellt Er machs mit mir, wie's ihm gefällt Sollt ich allhier noch länger lebn Ohn/nicht Wider strebn Seim Willen tu ich mich ergebn Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; Ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel Es sind gezählt all Härlein mein Beid groß und klein Fällt keines ohn den Willen sein Es ist all hier ein Jammerthal Angst, Noth, und Trübsal über all Des Bleibens ist ein kleine Zeit Voller Mühseligkеit Und wers bedenkt, ist immеr in Streit Was ist der Mensch, ein Erden kloss Von Mutterleib kömmt er nackt und bloss Bringt nichts mit sich auf diese Welt Kein Gut noch Geld Nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut Kein Kunst noch Gunst, kein stolzer Muth; Fürn Tod kein Kraut gewachsen ist; Mein frommer Christ Alles, was lebet, sterblich ist Heut sind wir frisch, gesund und stark Und liegen morgen tot im Sarg; Heut blühen wir wie Rosen rot Bald krank und tot; Ist allenthalben Müh und Not Man trägt eins nach dem andern hin Wohl aus den Augen, aus dem Sinn; Die Welt vergisset unser bald Sei jung, oder alt Auch unsrer Ehren mannigfalt Ach Herr, lehr uns bedenken wohl Daß wir sind sterblich allzumal Auch wir allhier kein Bleibens han Müssn all davon Gelehrt, reich, jung, alt oder schön Das macht die Sünd, du treuer Gott Dadurch ist komm'n der bittre Tod Der nimmt und frisst all Menschenkind Wie er sie findt Fragt nicht, wess Stands odr Ehrn sie sind Ich hab hier wenig guter Tag Mein täglich Brod ist Müh und Klag Wenn mein Gott will, so will ich mit Hinfahrn in Fried; Sterb'n ist mein Gwinn und schadt mir nicht Und ob mich schon mein Sünd anficht Dennoch will ich verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in Tod Sein liebsten Sohn gegeben hat Der selbig mein Herr Jesu Christ Für all mein Sünd gestorben ist Und auferstanden mir zugut Der Höllen Glut Gelöscht mit seinem theuren Blut Dem leb und sterb ich alle Zeit Von ihm der bittre Tod mich nicht scheidt Ich leb oder sterb, so bin ich sein Er ist allein Der einig Trost und Helfer mein Das ist mein Trost zu aller Zeit In allem Kreuz und Traurigkeit Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag Ohn alle Klag Werd auferstehn aus meinem Grab Mein lieber frommer, gtreuer Gott All mein Gebein bewahren thut Da wird nicht eins vom Leibe mein Sei gross oder klein Umkommen noch verloren sein Mein lieben Gott von Angesicht Werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht In ewigr Freud und Seligkeit[Herrlichkeit] Die mir bereit; Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit O Jesu Christe, Gottes Sohn Der du für uns hast gnug gethan Ach schleuss mich in die Wunden dein Du bist allein Der einig Trost und Helfer mein Amen, mein lieber, frommer Gott Bescheer uns alln ein selign Tod Hilf, dass wir mögen allzugleich Bald in dein Reich Kommen und bleiben ewiglich
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Credits
- Writers
- Heinrich Schütz