Auf der Bruck, D. 853

Lyrics
Frisch trabe sonder Ruh' und Rast Mein gutes Roß, durch Nacht und Regen! Was scheust du dich vor Busch und Ast Und strauchelst auf den wilden Wegen? Dehnt auch der Wald sich tief und dicht Doch muß er endlich sich erschließen Und freundlich wird ein fernes Licht Uns aus dem dunkeln Thale grüßen Wohl könnt' ich über Berg und Feld Auf deinem schlanken Rücken fliegen Und mich am bunten Spiel der Welt An holden Bildеrn mich vergnügen; Manch Auge lacht mir traulich zu Und bеut mir Frieden, Lieb' und Freude Und dennoch eil' ich ohne Ruh Zurück, zurück zu meinem Leide Denn schon drey Tage war ich fern Von ihr, die ewig mich gebunden; Drey Tage waren Sonn' und Stern Und Erd' und Himmel mir verschwunden Von Lust und Leiden, die mein Herz Bey ihr bald heilten, bald zerrissen Fühlt' ich drey Tage nur den Schmerz Und ach, die Freude mußt' ich missen! Drum trabe muthig durch die Nacht! Und schwinden auch die dunkeln Bahnen Der Sehnsucht helles Auge wacht Und sicher führt mich süßes Ahnen Weit sehn wir über Land und See Zur wärmern Flur den Vogel fliegen; Wie sollte denn die Liebe je In ihrem Pfade sich betrügen?
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Credits
- Writers
- Ernst Schulze
- Franz Schubert